EINZELNE BETÄUBUNGSMITTEL


Es unterliegen nur solche Substanzen dem Betäubungsmittelgesetz (BtMG), die in den Anlagen I bis III des BtMG aufgeführt sind. Dazu zählen u.a. die folgenden, gängigsten Betäubungsmittel:

•    Cannabis

•    Heroin

•    Amphetamin/Methamphetamin

•    Kokain

•   Ecstasy

•    Spice/Neue Psychoaktive Substanzen

•    LSD

•    Psilocybin

•    GHB/GBL


Weitere Informationen zu den einzelnen Betäubungsmitteln, etwa zu deren Geschichte, zu den Einkaufspreisen oder der jeweiligen Nachweisdauer, finden Sie im Buch von Patzak/Bohnen mit dem Titel „Betäubungsmittelrecht“.



Cannabis


Cannabis ist die botanische Bezeichnung für Hanf. Aus der Cannabispflanze werden Haschisch und Marihuana gewonnen, welche psychoaktiv wirkendes THC (Tetra-
Hydrocannabinol) enthalten. Haschisch ist das gepresste Harz der Pflanze, Marihuana besteht aus den getrockneten Pflanzenteilen, vornehmlich aus den Blüten. Seltener ist das sog. Haschischöl, das durch Verwendung von organischen Lösungsmitteln extrahiert wird.

Die Cannabisprodukte werden fälschlicherweise häufig als „weiche Drogen" bezeichnet. Dies trifft heute jedenfalls nicht mehr zu, da die Wirkstoffgehalte von Haschisch und Marihuana in den letzten Jahren erheblich gestiegen sind und damit eingehend ein Anstieg von psychotischen Erkrankung, insbesondere bei jugendlichen Konsumenten, zu beobachten ist. Die Wirkstoffsteigerung liegt vor allem an der Aufzucht von Hochleistungscannabis in Indoorplantagen,

in denen besonders blütenreiche Pflanzen mit hohen THC-Werten herangezogen werden.


Die Wirkstoffgehalte haben sich seit dem Jahr 1993 wie folgt entwickelt (Quelle: Körner/Patzak/Volkmer, BtMG, 7. Auflage, Stoffe/Teil 1, Rn. 17):






Den Cannabisblüten, die erst seit dem Jahr 2005 gesondert statistisch erfasst werden, kommt dabei besondere Bedeutung zu. Cannabisblüten, auch Dolden oder Pollen genannt, zeichnen sich durch besonders hohe THC-Wirkstoffgehalte aus, da in den Blüten eine hohe Harzdrüsendichte vorhanden ist. In den Ästen und Stängeln der Cannabispflanze befinden sich dagegen nur wenige Harzdrüsen, so dass bei einem Gemisch aus Blüten, Blättern, Stängeln und Wurzel zwangsläufig ein niedrigerer THC-Gehalt festzustellen ist. Es ist zu beobachten, dass die Cannabisblüten die Marihuanagemische mehr und mehr vom Drogenmarkt verdrängen. Soweit in anderen Publikationen, z.B. in den Bundeslageberichten Rauschgift des BKA, geringere Durchschnittswerte für Cannabis angegeben werden, liegt dies an einer anderen Art der statistischen Auswertung. Bei den oben genannten Zahlen handelt es sich um das arithmetische Mittel der gesamten in Deutschland auf den Wirkstoffgehalt untersuchten Haschisch- und Marihuanamengen der jeweiligen Jahre. Das BKA dagegen berücksichtigt den sog. Median- oder Zentralwert, einen Zahlenwert aus der Hälfte (50%) aller Ergebnisse.
















 

Betäubungsmittelrecht.info

Jörn Patzak

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Jahr

1993

1994

1995

1996

1997

1998

1999

2000

2001

2002

2003

2004

2005

2006

2007

2008

2009

Haschisch

6,5 %

5,3 %

5,9 %

5,3 %

7,1 %

8,0 %

8,7 %

8,3 %

7,2 %

8,0 %

8,8 %

9,1 %

9,0 %

7,5 %

7,4 %

7,8 %

8,4 %

Marihuana (Blätter und Blütengemische)

3,6 %

3,1 %

4,8 %

5,8 %

5,8 %

6,0 %

6,2 %

6,5 %

7,0 %

8,2 %

8,3 %

9,9 %

6,0 %

3,5 %

3,5 %

3,2 %

3,4 %

Cannabisblüten













12,0 %

10,5 %

10,3 %

10,5 %

11,0%